Heute am 03.10.2015, dem Tag der Deutschen Einheit, wird vielerorts die Wiedervereinigung der beiden Deutschen Staat (DDR und BRD) gefeiert. Das komisch dabei ist, es gab nie eine Reunion.
Nach dem Zusammenbruch des Komintern Bündnisses, waren die Staaten der Sowjetunion auf sich gestellt. Der große Bruder in Moskau hatte mit dem Untergang des eigenen Landes zu tun.
So richtig wollten die Alt-Sozialisten es noch nicht wahr haben in der Deutschen Demokratischen Republik. Während drinnen im Palast der Republik der Generalsekretär des Zentralkomitees (ZK) der SED , Erich Honecker noch auf 40 Jahre DDR an stieß, versammelten sich tausende Menschen außerhalb, um für die Freiheit zu demonstrierten. Geschichtlich wird behauptet, dass die Demonstranten auf der Straße, die alte sozialistische Riege gestürzt hätten. Gemessen an der Gesamtbevölkerung war nur ein kleiner Teil auf der Straße und dieser kleine Teil war schon zu viel für die Volkspolizei, Stasi und NVA. Wäre es nach dem Willen der SED-Führung gegangen, dann wären die Montagsdemonstrationen mit Gewalt aufgelöst wurden. Doch gab es ein Problem. Die Kundgebungen fanden regelmäßige in Dresden, Halle, Karl-Marx-Stadt, Magdeburg, Plauen, Arnstadt, Rostock, Potsdam und Schwerin mit Hunderttausenden von Menschen statt. Einfach zu viele für den Staatsapparat. Also bittete man den großen kommunistischen Bruder, der mit seiner Belagerungsarme auf dem Territorium von Ostdeutschland war um Hilfe. Doch die Soldaten und Panzer blieben in den Kasernen.

Diesem Umstand ist es zu verdanken das man diese Zeit als “friedliche Revolution” bezeichnet.
Dabei wird auch heute noch die Geschichte bis zum geht nicht mehr verklärt. Gerade zu diesem Tag, musste ich bei MDR Info von Sabine Bergmann-Pohl
hören, das die Menschen damals wegen der D-Mark und den Zusammenschluss mit der BRD auf die Straße gegangen sind.Aber mit dem Geld lockte man nur die Menschen, so wie Licht die Motten anlogt.

“Ziel war eine friedliche, demokratische Neuordnung, insbesondere das Ende der SED-Herrschaft, zudem wurde Reisefreiheit und die Abschaffung des Ministeriums für Staatssicherheit gefordert.”

Die Worte von Frau Pohl haben deshalb Gewicht, weil Sie Staatsratsvorsitzende  und das letzte Staatsoberhaupt der DDR war.
Die Demonstranten besetzten im Laufe der Ereignisse Staatsgebäude wie das Ministerium für Staatssicherheit, das Ministerium was die DDR mit Gewalt zusammen hielt. Als Datum für das Ende des Sozialistischen Experimentes gilt zu Recht der 9. November 1989 an diesem Tag fiel die Mauer und damit das gesamte Ost-System. Bis heute wird aber an diesem Tag nicht gefeiert, da 1938 am gleich Tag mit der Reichs Kristallnacht die Verfolgung der Juden begann.

Nach den Ereignissen kam es am 18. März 1990 zur größten demokratischen Leistung auf dem gesamt deutschen Gebiet. Es wurde zum ersten und letzten mal die Volkskammer der DDR frei gewählt. In den letzten Monaten wurde die Verfassung der nun wirklichen Deutschen Demokratischen Republik geändert. Am  17. Juni 1990 ist mit dem Verfassungsgrundsätzegesetz das Erste und Letzte mal ein freie und demokratische Verfassung auf deutschen Gebiet in Kraft getreten.
Am 23.08.90 erklärte die Volkskammer den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes gemäß Art. 23 GG mit Wirkung zum 03.10.90.

Wo ist jetzt eigentlich die Wiedervereinigung und von welchen Deutschland? Es gab keine Wiedervereinigung, es gab eine Annexion des souveränen Staates der DDR. Was hätte auch vereint werden sollen? Das deutsche Reich gab es nicht mehr, es konnte also keine Wiedervereinigung dieses Landes geben. Die DDR war ein neuer deutscher Staat. Jetzt stellt sich völkerrechtlich auch die Frage ob die Volkskammer – die mehrheitlich aus CDU 40% und SPD 21% Abgeordneten bestand – überhaupt ohne Referendum (Bürgerentscheid) den Anschluss an die Bundes Republik beschließen durfte. Dabei ist sehr prägnant, dass ein Land mit einer eigenen Völkerrechts anerkannten Verfassung einem Land beitritt, was nicht mal eine eigene Verfassung hat. Nun gibt es viele Diskussion, dass das GG, Verfassungsstatus hat. Aber eins steht fest, selbst der Artikel 146 des Grundgesetzes wurde bis heute nicht umgesetzt.

“Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.”
Dank des 2 plus 4 Vertrages ist der Osten Deutschlands Atomwaffen frei und auch frei von einer festen amerikanischen und englischen Militärpräsenz. Noch! Während die letzten russischen Truppen 1994 das Land verließen, blieben die Alliierten in Westdeutschland. Gerade die letzten Jahre lassen mich daran zweifeln, dass Deutschland wirklich souverän ist. Auf jeden Fall kann man sagen, dass es die politische Klasse nicht ist. Die komplette Überwachung der Deutschen und unserer Wirtschaft lässt schon Zweifel daran aufkommen, ob die Alliierten Verbündete oder Belagerer sind, wie einst die Russen. Auch gilt noch, dass Gegenbündnis zur Sowjetunion. Dabei wird die NATO vom Verteidigungsbündnis immer mehr zum Interventionsbündnis.
Wörtlich müssten wir Heute den Tag des Anschlusses an die BRD feiern, denn eine Wiedervereinigung gab es nicht. Und ob Artikel 146 des GG irgendwann umgesetzt wird, bezweifle ich stark. Die Einheit wurde mit dem Anschluss erreicht, aber auch die Freiheit Deutschlands? So wie es im Artikel steht.
Ich bin jetzt fast 31 Jahre alt und habe nur gute Erinnerungen von der Wendezeit. Der Großteil der Ostdeutschen waren genauso überfordert und überrascht wie ihre Kinder vom neuen Deutschland. Dabei hat dass Volk der DDR eine große geschichtliche Chance verpasst. Ein wirklich freies und demokratisch vereintes Deutschland.
“Wir sind auf die Straße gegangen für einen besseren Staat. Das was wir bekommen haben, ist aber auch nicht das Wahre.”

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