Soziales und Stadtplanung

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels steht gerade Sachsen-Anhalt vor einer großen Herausforderung. Der Anteil der über 65-Jährigen stieg in den neuen Bundesländern seit 1990 um 50 Prozent. Insbesondere unser Bundesland nimmt hier nach Sachsen die Spitzenposition ein. Allein in Halle sind laut aktueller Datenlage mehr als 23 Prozent der Einwohner 65 Jahre und älter. Prognosen deuten darauf hin, dass in einigen Jahren dieser Anteil auf über 30 % steigen wird.

Dieser Bevölkerungstrend muss und sollte gerade für Sachsen-Anhalt und die Städte als Chance begriffen werden, neue Handlungskonzepte im Rahmen der Stadt- und Sozialplanung zu entwickeln. Erste Wege wurden hierbei bereits geebnet. In vielen Städten gibt es Seniorenbeauftragte und die Seniorenberatung, welche telefonisch, Vorort und online zugängig sind. Diese Institutionen sollen weiter gestärkt und publik gemacht werden.

Zur Vermeidung einer einseitigen Betrachtung des Bevölkerungstrends möchte ich den Zusammenhalt aller Generationen – Kinder, Jugend, junges/ mittleres Erwachsenenalter und Senioren- stärken. Zielsetzung neuer Stadt- und Sozialplanung wird es daher sein, die Interessen aller Bevölkerungsgruppen aufzunehmen.

Zur Etablierung und Finanzierung von neuen Sozialkonzepten für alle Generationen in unserer Stadt werden künftig Zuschüsse aus dem Förderprogramm „ Maßnahmen für die Gestaltung des demografischen Wandels“ bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt beantragt werden.

Konzepte und Projektinhalte werden ausnahmslos mit den Bürgern und in Zusammenarbeit mit Instituten der Universität erarbeitet, um bedürfnisorientierte und effiziente Projektarbeit zu gestalten, welche langfristig auch nach Ablauf der Projektförderphase beständig ist.

In Zeiten leerer Kassen wird es jedoch unumgänglich sein auch alternative Wege für ein gemeinsames Zusammenleben aller Bürger in unserer Stadt zu begehen. Grundlegendes Ziel ist die Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe (Partizipation) und Lebensqualität aller Bürger der Stadt Halle unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer/ ethnischer Herkunft, Bildungsgrad oder aber Einkommen. Für dieses große Ziel sollen stadtteilbezogene Projekte entstehen, welche das ehrenamtliche Engagement der Bürger_innen auffangen. Bereits bestehende Projekte werden weiter geführt und ggf. mit Hilfe von Evaluationen weiterentwickelt.

Ziele der Piratenpartei sind hierbei:

  • Teilhabe Älterer und Erwerbsloser durch freiwillige Arbeit am gesellschaftlichen Leben
  • gegenseitige Unterstützung aller Generationen im Alltag
  • die Stärkung von bereits bestehender Nachbarschaftshilfe
  • Unterstützung von Senioren in finanziellen/ sozialen Fragen
  • Sicherung bestehender Freizeitangebote für Jung und Alt
  • Sicherung von Kinderbetreuung oder Hausaufgabenhilfe durch alternative Betreuung ggf. durch Senioren bzw. Freiwillige

Wirtschaft, Wohnen, Pflege

Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation der Stadt muss der wachsende Anteil an älteren Bürgern als Wirtschaftspotential der Stadt und des Landes wahrgenommen werden.

Ältere Menschen sind vielfältige Konsumenten mit differenziellen Bedürfnissen, sei es im Einzelhandel, im Tourismus und Kulturbereich oder aber im Dienstleistungssektor.

All diese Bedürfnisse zu erkennen, ist der Anspruch der künftigen Stadtpolitik.

Fördermaßnahmen des Bundes und des Landes sollen genutzt werden, um barrierefreien Zugang zu kulturellen und städtischen Angeboten zu schaffen. Auch alternativer Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser, Seniorenwohngemeinschaften oder aber das betreute Wohnen müssen künftig bedürfnisorientiert politisch unterstützt werden. Bei der Konzipierung werden neben der Stadt alle Akteure – Anbieter, Initiativen und Betroffene – beteiligt sein, um zukunftsfähige Institutionen zu schaffen.

Vor dem Hintergrund des steigenden Anteils an Menschen, welche künftig ambulanter oder aber stationärer Versorgung bzw. Pflege bedürfen, soll die Bindung von qualifizierten Pflegefachkräften an die Region gestärkt werden. Hierfür werden Programme entwickelt, welche Anreize in diese Richtung schaffen. Die großen Wohlfahrtsverbände, private Anbieter, Ausbildungsstätten und Auszubildende sind hierbei gleichermaßen einzubinden. Langfristiges Ziel ist es, qualitativ und quantitativ die Versorgung im Pflegesektor zu sichern und diesen als regionalen Arbeitgeber zu stärken.

Ziele der Piratenpartei sind hierbei:

  • Stärkung von regionalen Anbietern der Altenhilfe und des Pflegesektors
  • langfristige Bindung von Fachkräften
  • Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Entwicklung und Etablierung von bedürfnisorientierten Wohn- und Versorgungskonzepten

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